Gerade weil die Versorgung mit Wasser ein Grundbedürfnis aller Menschen und eine treibende Kraft der modernen wirtschaftlichen Entwicklung ist, lockt auch das Geschäft mit dem Wasser. Mächtige Lebensmittelkonzerne kontrollieren einen großen Teil des globalen Marktes für in Flaschen und Kanister abgefülltes Wasser. Weltweit wächst der Absatz von Flaschenwasser jährlich um mehr als 10 Prozent. Denn paradoxer Weise lässt sich Mineralwasser in Flaschen besonders erfolgreich in Ländern mit guter Leitungswasserqualität verkaufen, wie beispielsweise in Deutschland.
Auf dem Sozialforum in Porto Alegre im Jahr 2002 wurde eine Wassererklärung abgegeben: „Das Wasser gehört allen Lebewesen auf der Erde und darf deshalb nicht als eine Ware behandelt werden.“ Je knapper diese wichtigste Ressource der Menschheit wird, umso größer wird das Interesse am blauen Gold. Um eine nachhaltige Versorgung und gerechte Verteilung auch für die nächsten Generationen zu sichern, bedarf es künftig eines grundlegenden Umdenkens beim Umgang mit Wasser. Dazu gehört vor allem eine neue Wertschätzung des Wassers als gemeinsames Gut. Wasser ist ein Menschenrecht und darf nicht Gewinninteressen zum Opfer fallen.
Weltweit herrscht eine enorme Ungleichheit bei der Verfügbarkeit von Wasser:
1,2 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser - eine der Hauptursachen für Krankheiten. Andererseits werden zur Produktion eines einzigen Autos 400.000 Liter Wasser benötigt und zur Bewässerung eines 18-Loch-Golfplatzes bis zu 2.3 Millionen Liter – pro Tag.
(Quelle: Nachdenkseiten)